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Einwohner ärgern sich über schlechte Wege und den Abwasserzweckverband
Von Ulrike Körber
Die
Idylle trügt in Waldidylle. Zwar lebt es sich recht gut in
den beschaulichen Häuschen mitten im Grün, doch Sorgen
drücken die Bewohner. Zum Ortstermin am Sonntag machten sich
die Bürger Luft.
Aus Waldidylle
sei Waldesruh geworden, denn hier bewegt sich scheinbar nichts mehr
seit den letzten zehn Jahren. Dass es inzwischen weder einen Laden
noch eine Post oder dergleichen gibt, daran haben sich die Bürger
gewöhnt, das sei ihrer Meinung nach nicht das Schlimmste. Viel
mehr erhitzen sich die Gemüter über die Ortsdurchfahrt,
den Straßenzustand, den Schandfleck Erzgebirgsbaude und die
unsäglichen Abwassergebühren. Außerdem bedauern
es die Waldidyller sehr, dass im Winter die Loipen nicht wenigstens
bis zum Cafè Zugspitze gespurt würden. Doch
dafür reiche das Geld von Altenberg nicht, haben sie erfahren.
Und so ist die Frustrationsgrenze der Bürger erreicht. Nur
manchmal wird sie aufgebrochen durch Veranstaltungen und Feste,
die sie selber, das heißt die Mitglieder des Heimatverein
in Waldidylle organisieren. Da schimmert dann manchmal etwas Licht
im verwunschenen Dunkel um Waldidylle. Da schöpfen die Bürger
etwas Hoffnung, durch solche Aktion mehr Besucher anzulocken. Viel
mehr können die 130 Einwohner aber auch nicht bewerkstelligen.
Vom Manko in
Sachen touristische Nutzung abgesehen, sorgen sich die Waldidyller
um die Ortsdurchfahrt. Denn die ist zur Rennstrecke geworden. Und
die Kinder, die täglich an der Haltestelle auf den Schulbus
warten, haben Tuchfühlung mit dem Verkehr. Der Vorschlag der
Bürger: Eine 30er Zone oder Verkehrsschikanen einbauen, damit
die Gefahr gemindert würde.
Ein weiterer
Stein des Anstoßes sind die übrigen Straßenverhältnisse
im Ort. Bis auf die Mittelstraße seien die nämlich unter
aller Niveau, besonders die Hirschspunger Straße. Die
Mittel für entsprechende Baumaßnahmen sind im Haushalt
von Altenberg bereits eingestellt, weiß Erik Warschau
vom Heimatverein. Doch in absehbarer Zeit, so vermutet
er, werde sich wohl noch keine Maschine in Gang setzen. Denn
ehe auch nur ein Handschlag gemacht werde, muss erst das Problem
mit dem Abwasserleitsystem geklärt werden.
Seit diesem
Jahr ist Waldidylle an den Abwasserzweckverband Oberes Müglitztal
angeschlossen. Mit der Sanierung des Kanalsystems sollte bereits
begonnen werden, doch noch ist kein Spatenstich erfolgt. Die bereits
veranschlagten hohen Gebühren zu bezahlen, sind einige Bürger
deswegen nicht bereit. Die errechnen sich nach dem Kostenverursacherprinzip,
und Kosten haben die Waldidyller noch nicht verursacht, da sie die
alte Anlage nutzen, an der sich bislang keine Hand gerührt
hat.
Da die Waldidyller
zum Ortstermin aber nicht nur schimpfen wollten, lobten sie den
Winterdienst, den die Agrargenossenschaft Johnsbach organisiert.
Das klappe seither immer prima und solle auch so bleiben.
Quelle: Sächsische
Zeitung, Lokalausgabe Dippoldiswalde, Dienstag, 9. Juli 2002
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