| Was wird eigentlich aus...

Lange stand das Gebäude leer und verfiel zunehmend / Eigentümer
befindet sich im Rechtsstreit mit der Treuhand
Barbara Breuer
Leer und verlassen steht sie da, die frühere Erzgebirgsbaude
im Altenberger Ortsteil Waldidylle. Zu DDR-Zeiten beherbergte das
Gebäude eine HO-Gaststätte mit Hotel. Das Geschäft
brummte, viele Gäste speisten dort und blieben über Nacht.
Dann kam die Wende und fortan kümmerte sich die Treuhand um
das Schicksal der Erzgebirgsbaude. Zunächst wurde sie noch
weiter betrieben, steht aber nunmehr seit gut zehn Jahren leer.
Im Februar 1994 kaufte ein westdeutscher Unternehmer das
Gebäude, sagt die Sachbearbeiterin für Liegenschaften
bei der Stadt Altenberg, Kathrin Gottwald. Mit dem Kauf verpflichtete
sich der neue Besitzer auch, in die Immobilie zu investieren. Bis
1995 sollte die Erzgebirgsbaude laut Vertrag modernisiert und instand
gesetzt sein. Außerdem sollten dort 1,5 Arbeitsplätze
geschafft und zwei Wohnungen wieder hergestellt werden, erklärt
Kathrin Gottwald.
Als lange nichts passierte, begann die Stadt Altenberg 1996 zu
drängeln. Wir hatten gehofft, dass dort schnell eine
Gaststätte mit Pension ihren Betrieb aufnimmt, sagt Kathrin
Gottwald. Auch der Heimatverein Waldidylle setzte sich für
den Erhalt der Erzgebirgsbaude ein.
Ein Architekturbüro, das Planungsarbeiten durchführte,
hatte der neue Besitzer bereits engagiert. 1999 wurde die Immobilie
sogar eingerüstet. Es schien, als würde sich etwas tun.
Doch mittlerweile gingen bei der Stadt Altenberg Kaufangebote für
das Grundstück samt Gebäude ein. Diese haben wir
an den Besitzer weitergeleitet, sagt Kathrin Gottwald. Im
Jahr 2000 wurden Rufe nach dem Abriss des Gebäudes laut. Wenigstens
das Grundstück sollte gerettet werden, sagt Kathrin Gottwald.
Dann teilte der Eigentümer der Erzgebirgsbaude der Bergstadt
mit, dass er sich wegen des Kaufvertrages in einem Rechtsstreit
mit der Treuhand befände. Sein Interesse an dem Objekt sei
auch nicht mehr vorhanden, so dass er dort seine früheren Pläne
auch nicht mehr verwirklichen wolle.
Zurzeit strebt der Besitzer der Erzgebirgsbaude den Verkauf der
Immobilie in Waldidylle an. Er führt dazu bereits Gespräche
mit Immobilienmaklern und auch mit Auktionshäusern, weiß
Kathrin Gottwald zu berichten. Von dem Kauf des Gebäudes hatte
sich der Eigentümer offensichtlich mehr versprochen, als er
tatsächlich umsetzen konnte.
Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 07.05.2003
siehe auch "Altenberg bleibt auf Ruinen sitzen"
|