Donnerstag, 11. Juli 2002
(Sächsische Zeitung)
Abwasserzweckverband Oberes Müglitztal hat Fördermittelantrag bereits gestellt
Von Ulrike Körber
Der Abwasserzweckverband Oberes Müglitztal plant für Waldidylle einen neuen Schmutzwasserkanal. Fördergelder sind bereits beantragt. Mit dem Bau soll möglichst bald begonnen werden.
Waldidyller Bürger sind über den schleppenden Gang der Sanierung ihres Abwassernetzes verärgert. Seit zehn Jahren, so meint Erik Warschau vom Heimatverein Wald idylle, ziehe sich dieses Problem nun schon hin.
Auch Hartmut Kohl, Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes, wäre mit der Instandsetzung des Waldidyller Kanalsystems bereits gern weiter, doch könne damit nicht von Heute auf Morgen gerechnet werden. Schließlich ist der Abwasserzweckverband erst seit April für Waldidylle zuständig.
Für diesen kurzen Zeitraum, so Kohl, habe sich der Verband sehr dafür eingesetzt, das überalterte Kanalsystem zu sanieren. Jedoch ist eine Förderung der Sanierung sehr schwierig. Denn mit einem Erlass des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft aus dem Jahr 2000 wird vorrangig die Abwasserentsorgung in Gebieten mit 2 000 und mehr Einwohnern gefördert, nicht aber im ländlichen Raum. Dennoch sehe er einer Bewilligung des Fördermittelantrags positiv entgegen, weil in Waldidylle dringend Handlungsbedarf bestehe.
Ein Fördermittelantrag zur Sanierung des Abwasserkanalnetzes wurde leider im Juni 2001 vom Regierungspräsidium abgelehnt. Die Begründung: Der Abwasserzweckverband war zu diesem Zeitpunkt für Waldidylle noch nicht zuständig.
Dennoch, so Kohl, bemühte sich der Verband weiterhin um die Planung. Bei einer Untersuchung des Kanalnetzes wurde aber deutlich, dass 80 Prozent der Grundstücke neben dem erlaubten Schmutzwasser auch das Regen- und Drainagewasser einleiten. Das aber dürfe nicht sein. Bei dem vorhandenen Abwassernetz handelt es sich nur um einen Schmutzwasser-, nicht um einen Mischwasserkanal. Weder das Kanalnetz noch die zuständige Kläranlage in Hirschsprung können den erhöhten Wasserzulauf aufnehmen.
Für die Versickerung oder Ableitung des Oberflächenwassers wären somit einzig die Grundstückseigentümer zuständig.
Um die Situation zu klären, plante der Abwasserzweckverband ein Trennsystem. Das heißt, der bestehende Abwasserkanal soll als Regenwasserkanal saniert und ein neuer Schmutzwasserkanal gebaut werden. Diese Lösungsvariante kostet allerdings 1 630 000 Euro und damit 917 000 Euro mehr als ursprünglich vorgesehen. Die Summe muss durch Fördergelder abgefangen werden, damit sie sich nicht auf die Kosten im gesamten Verbandsgebiet auswirke.
Einen entsprechenden Förderantrag hat der Abwasserzweckverband im Mai gestellt. Er wird derzeit von den Fachbehörden geprüft. Erst wenn die Zusage einer Förderung eingeht, werde das Projekt noch einmal vorgestellt.
Dieser Zeitpunkt ist, so Kohl, vom Verband leider nicht beeinflussbar. Dennoch hofft er, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau des neuen Abwasserkanals in Waldidylle begonnen werden kann.